Aufgeregt kam sie an den Toren der Familienburg an, sie überreichte die Zügel wortlos an einen Knecht und verschwand im inneren der Burg. Sie hatte an diesem Tag nicht einmal das Bedürfnis Herman zu triezen, wie sie es sonst tun würde. Sie ging in die Küche und überprüfte, dass alles nach ihren Wünschen vorbereitet war. Wildschweinbraten, Fische, Gemüse und viele weitere Leckerein hatte sie bei Rosi angefordert. Rosi war eine gutmütige Frau, doch an nach dem Aoibhe per Taube schon dreimal den Speiseplan geändert hatte und nun auch noch in ihrer Küche herum lief, das war eindeutig zu viel. Rosi fuchtelte mit dem Kochlöffel und verscheuchte die junge Braut aus ihrem Reich, Aoibhe gab nach und machte sich auf in den Gästetrakt, sie kontrollierte jedes der Gästezimmer und scheuchte die Mägde durch die Gegend. Hier und dort hatte die perfektionistische Aoibhe etwas auszusetzen. Insgeheim würden die Mägde und Kammerdiener wohl ihren Tod planen. Sie wies die Mägde an, dass zwei der Gästezimmer niemals betreten werden durften, wenn die Gäste noch auf der Burg verweilten. Philipus tat sie damit einen gefallen und vor Luzifer schütze sie ihr eigenes Personal. Nachdem sie sich überzeugt hatte das alles fertig vorbereitet war ging sie in ihr Burgzimmer, sie hasste diesen Raum, doch wollte sie nun nicht durch den leichten Regen laufen, der eingesetzt hatte um zu ihrem Haus zu gelangen. Sie zog sich um und betrachtete sich im Spiegel, so das sie mit dem Rücken zum Fenster stand. Das
Kleid passte ihr wie angegossen, und sie lächelte strahlend. Aus ihrem Tagtraum gerissen wurde sie von einem Klopfen an ihrer Türe.
Ja bitte? Eine Magd, gefolgt von einem Boten betrat den Raum, die Magd knickste und verschwand auch gleich wieder, nur der Bote blieb im Raum und verbeugte sich Höflich, er trug das Wappen der Stolzenthals auf seiner Brust.
Mein Herr schickt mich um Euch dieses Geschenk zu überreichen. Sorgfältig legte er das Geschenk auf den Tisch und verschwand beinahe sofort wieder, nach dem er sich ein weiteres Mal verbeugt hatte. Ob man ihn wohl gewarnt hatte sofort wieder zu verschwinden? Wahrscheinlich schon, denn der Krieg den Barnabas und Aoibhe mit Geschenke austrugen war nicht immer nachzuvollziehen. Bran, der auf einem Teppich geschlafen hatte erhob sich und trottete zu dem Tisch und schnüffelte an dem Paket.
Was es wohl diesmal ist? Er weiß doch genau das er mir nichts schenken soll. , fragte sie sich leicht grummelnd. Sie öffnete das Geschenk und betrachtet es eingehend.
Ein Kleid? Ist er nun völlig durchgedreht? , fragte sie sich erstaunt und drehte es von links nach rechts.
Geschmack hat er ja oder was sagst du dazu Bran? Erstaunt über die Geschicktheit der Schneiderarbeit fragte sie sich nun ernsthaft ob er erwartete das sie das Kleid trug. Es war wunderschön dass stand nicht zur Debatte, doch wusste er genau, dass sie es hasste Geschenke annehmen zu müssen. Sie seufzte Tief und zog sich wieder um, sie würde das Kleid tragen das man ihr geschenkt hatte, doch würde Barnabas die Konsequenzen tragen müssen. Nachdem sie die Haare ausgekämmt hatte und den Claddagh angelegt hatte, verließ sie den Raum wieder und ging zu den Wachen am Tor.
Wenn einer unfreundlich zu meinen Gästen ist, dann ist er entlassen. Das ist die leichte Strafe, wenn hier auch nur einer meine Gäste beleidigt, der besucht mich im Spielzimmer. Sie drehte sich ohne weiteres Wort um und ging schon mal vor in die Kappelle, sie wollte dort auf die Gäste warten.